Ästhetik des ethisch guten Geschmacks. Vorstudien zu einer Gastrosophie (2001)

Erschienen in: Roger Behrens, Kai Kresse, Roni Peplow (Hg.), Symbolisches Flanieren. Kulturphilosophische Streifzüge, (Festschrift für Heinz Paetzold), Hannover 2001, S. 268-284.

Von Harald Lemke

Nietzsches eindringliche Frage, ob es eine Philosophie der Ernährung gibt, muss bis heute verneint werden. Schon ein flüchtiger Blick über die derzeit verfügbaren Bücher zur Ernährung macht deutlich: Es gibt aus diversen Wissensgebieten auf Einzelgesichtspunkte beschränkte Literatur zum Thema, so beispielsweise Beiträge aus der Kulturgeschichte und Kulturtheorie, aus der Anthropologie, Soziologie, Sozial- und Ernährungswissenschaft, des weiteren auch aus dem Bereich der kritischen Ratgeber und Verbraucherinformationen. Darüber hinaus gibt es in die populäre Breite gehende Bücher, wie journalistische Sachbücher, literarische Schmöcker und kulinarische Almanache, und natürlich massenhaft Gourmet-Zeitschriften und Kochbücher jeder Art. – Was es bei alledem nicht gibt, ist eine philosophische Theorie des Essens. Was fehlt, ist eine aktuelle Philosophie der Ernährung, genauer: der menschlichen Ess-Existenz oder Essistenz. Hier geht’s weiter im Text…