Wozu Philosophie ?

Eine irgendwie lästige Frage, die die Philosophen seit je begleitet – stets als Beleg für ihre alltagspraktische Nutzlosigkeit und ihre gesellschaftliche Irrelevanz. Heute, meine ich, kann die Antwort ganz anders ausfallen:

Weit mehr als viele andere Dinge brauchen wir die Philosophie dringend, einfach weil wir in einer Zeit leben, die zahlreiche Fragen des täglichen Lebens – große Fragen des Überlebens der Menschen ebenso wie grundsätzliche und ganz alltägliche Fragen des Guten Lebens – aufwirft. Allerweltsfragen, die jeden von uns zu einem intensiven Nachdenken veranlassen sollten.

Man kann ohne Übertreibung sagen: Der Zustand unserer gegenwärtigen Welt ist durch und durch philosophisch.

Wer sich mit Philosophie beschäftigt, lebt zeitgemäß. Heutzutage sind nicht diejenigen in Erklärungsnot und ohne Orientierung, die einen Gutteil ihres Tages mit Philosophie verbringen. Eher stellt sich die Frage – eine weitere wichtige Frage –, wie all jene klarkommen, die sich dafür keine Zeit nehmen?

Wozu die Philosophie praktisch gut ist, hängt selbstverständlich davon ab, inwieweit sie uns nützlich ist und wo nicht. Überzeugen Sie sich selbst davon, ob meine Philosophie Ihnen nützt. Lesen Sie gerne nach, wieso ich meine, dass sie ›für alle gut‹ ist, denen das Allgemeinwohl und die tägliche Praxis, möglichst Gutes zu leben, etwas bedeutet. Und warum philosophische Begriffe – wie Allgemeinwohl, Gemeinnützigkeit, Gutes Leben, usw. – keine leeren Worte zu sein brauchen.

Darum fällt meine Antwort auf die uralte und hoch aktuelle Frage ›Wozu Philosophie?‹ nicht ohne stolzen Ton aus:

»Ein Leben, dem die Philosophie fehlt, ist ärmer und schwieriger, als es sein müsste.«

Harald Lemke